Mittwoch, 2. August 2017

Rezension: Anna Savas - Forbidden Love Story

 © Impress
Forbidden Love Story

Autorin: Anna Savas
erschienen Juli 2017
Verlag: Impress
ISBN:   978-3-646-60329-3
emotionales Liebes- und Familienchaos
Die Trennung ihrer Eltern hat in Vespers Leben Spuren hinterlassen. Und auch jetzt, einige Jahre später, sind nicht alle Wunden vollständig verheilt. Mit den neuen Zukunftsplänen der einzelnen Elternteile entsteht nun erneut Chaos. Als wäre das alles noch nicht genug für die 17jährige, gibt es da noch einen jungen Mann, der ihr den Kopf verdreht. Und den sie nicht lieben darf…


Der Schreibstil von Anna Savas ist sehr angenehm, flüssig und mitnehmend. Durch die Ich-Perspektive von Vesper kommt man der Protagonistin gleich sehr nah und kann ihre aufgewühlten Emotionen und Gedankengänge intensiv miterleben.
Die Entwicklungen, die die Privatleben ihrer Eltern nehmen, wühlen sie wieder sehr auf, sie fühlt sich abgeschoben und das nicht zu Unrecht. Auch wenn einige Dinge sicher nicht so gemeint sind, wie sie ankommen, kann ich, durch den Einblick in Vespers Innenleben, sehr gut verstehen, wie sie sich fühlt. Das fünfte Rad an jedem Wagen zu sein, ist kein schönes Gefühl und wenn man noch dazu Pech mit dem Menschen hat, der einem nicht mehr aus dem Kopf geht, dann ist das Chaos absolut perfekt.

Obwohl Vesper manchmal wirklich zickig, aufmüpfig und gefühlsmäßig ziemlich unterkühlt ist, habe ich sie im Laufe der Geschichte lieb gewonnen. Ihr Schutzpanzer, der sie zur Eisprinzessin macht, hat sich über die Zeit aufgebaut und kann nun nicht einfach so abgelegt werden. Durch die Perspektive erfährt man als Leser einiges mehr über die junge Protagonistin, als sie ihren Freunden und ihrer Familie preisgibt. Erst nach und nach dürfen auch andere hinter ihre mühsam aufrechterhaltene Fassade blicken und erleben, wer Vesper wirklich ist. Durch ihre verschiedenen Facetten wirkt sie authentisch und man kann sich gut in ihre Sorgen und Gedanken hineinversetzen. Sowohl die aktuelle Problematik, als auch die Dinge, die sie schon seit einigen Jahren beschäftigen, werden thematisiert und nachvollziehbar geschildert.

Auch die anderen Figuren rund um Vesper lernt man nach und nach besser kennen. Man erfährt etwas von den Verstrickungen und Verbindungen, den Geheimnissen, Missverständnissen und Plänen. Da es jedoch keinen Perspektivwechsel gibt, weiß man immer nur so viel, wie Vesper herausfindet. An der einen oder anderen Stelle war ich allerdings nicht so überrascht, wie die Protagonistin, weil man einiges doch erahnen kann.

Im Verlauf der Handlung taucht man stetig tiefer in Vespers Leben ein. So rückt auch die Liebesgeschichte weiter in den Mittelpunkt. Ihre Gefühle beherrschen sie und da alles so kompliziert und verstrickt ist, schlägt das auch in anderen Bereichen immer wieder zu. Die zaghaften Annäherungen, die es gibt, sind wirklich schön eingebaut und toll zu verfolgen, auch wenn sie nicht von langer Erfolgsdauer zu sein scheinen. Ein stetiges Hin- und Her entsteht, das nicht nur Vesper durcheinander bringt.

Eine schöne, wenn auch an einigen Stellen ein wenig vorhersehbare Geschichte mit viel Gefühl, Chaos und einer Familienkonstellation, die so sicher nicht alltäglich ist.



Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. hi dear,
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